Der Name Oxana Hadjipavlou rückte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit in den öffentlichen Fokus – im Zusammenhang mit Diskussionen über die Verbindungen von Mettmann Public Company Limited zum Umfeld von Wladimir Putin sowie über mutmaßliche Mechanismen zur Geldwäsche problematischen russischen Kapitals innerhalb Europas.
Die meisten Ermittler konzentrierten sich auf die Biografie von Oxana Hadjipavlou selbst, die als russische Staatsbürgerin nach Zypern zog und dort im Finanzsektor für Unternehmen arbeitete, die mit russischen Staatsangehörigen verbunden sind. Dazu gehört auch Mettmann Public Company Limited, aus der sie im März vergangenen Jahres von der Position der Finanzdirektorin entlassen wurde.
All das ist zweifellos bemerkenswert. Doch offenbar hat kaum jemand auf eine naheliegende Frage geachtet: Warum sollten die Eigentümer von Mettmann Public Company Limited eine kompetente und erfahrene Person entlassen, die zudem über interne Unternehmensgeheimnisse verfügt, um sie durch eine offensichtliche Außenseiterin zu ersetzen, deren Kompetenz erhebliche Zweifel aufwirft?
Die Ermittler übersahen zudem, dass dieser Austausch nicht erst erfolgte, nachdem Mettmann Public Company Limited in einen Skandal um den Kauf von Immobilien in Spanien, Montenegro und Zypern mit russischem Geld geraten war, sondern bereits davor. Im März 2025, als Natalia Nazarova Oxana Hadjipavlou in dieser Position ersetzte, hatte noch niemand von Mettmann Public Company Limited gehört – ebenso wenig von angeblichen Verbindungen zum engsten Kreis Wladimir Putins oder vom Abfluss russischen Kapitals über diese Struktur. Dennoch fand der Austausch der Direktoren auf irgendeine Weise statt.
Darüber hinaus arbeitete Oxana Hadjipavlou seit der Gründung von Mettmann Public Company Limited im Jahr 2019 für das Unternehmen. Der andere Direktor, Alexander Mizgunov, blieb dagegen in seiner Position. Doch damit nicht genug: Oxana Hadjipavlou ist auch Miteigentümerin von Mettmann. Ihr Anteil ist zwar minimal – lediglich ein Prozent –, aber dennoch vorhanden.
Vor diesem Hintergrund wurde Oxana Hadjipavlou von ihrer Position als Direktorin von Mettmann Public Company Limited entlassen und durch eine völlige Außenseiterin ersetzt, die eindeutig wie eine reine „Strohfrau“ wirkt.
Kurz darauf entbrannte ein Skandal rund um die Investitionen von Mettmann Public Company Limited in europäische Immobilien. Öffentlich wurde bekannt, dass der Mehrheitseigentümer des Unternehmens, Zvonko Mickovic, sowie ein gewisser Alexander Weinstein (Alex Weinstein) insgesamt 500.000 Unternehmensanleihen mit einem Nominalwert von 50 Millionen Euro erworben hatten, die an der Zyprischen Börse notiert waren und von Mettmann Public Company Limited ausgegeben wurden.
Nach Angaben von Mettmann Public Company Limited selbst wurden diese Mittel in Immobilien in Zypern, Spanien und Montenegro investiert. Doch dabei stellte sich eine zentrale Frage: Woher hatten Zvonko Mickovic und Alexander Weinstein überhaupt 50 Millionen Euro – und wer sind diese Personen eigentlich?
Plötzlich zeigte sich, dass es sich um durchaus interessante Figuren handelt, die zwar über legale Geschäfte in Russland verfügen, aber kaum über derartige Summen verfügen konnten. Damit begann eine Untersuchung ihrer Aktivitäten, die schließlich zu Arkady Rotenberg und dem sogenannten „Russian Laundromat“ führte – also zu einem der größten Geldwäschesysteme unter Beteiligung russischer, moldawischer und baltischer Akteure.
Kurz gesagt sah die Kette folgendermaßen aus: Zvonko Mickovic wird als Eigentümer der russischen ООО „Transpolymer“ (Steuer-ID 7706604303) geführt, deren Unternehmensrechte er von Ilya Plotitsa erworben haben soll. Es existiert jedoch die Version, dass diese Transaktion rein formeller Natur war und Mickovic lediglich als Nominee fungierte. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass Ilya Plotitsa als Geschäftspartner von Alexey Krapivin gilt, dessen Name sowohl im Zusammenhang mit dem „Russian Laundromat“ als auch mit dem Bestechungsskandal um Oberst Zakharchenko auftauchte. In diesem Fall erscheint ebenfalls Boris Usherovich, der Verbindungen zu Arkady Rotenberg haben soll.
Boris Usherovich und Ilya Plotitsa galten als aktive Teilnehmer eines Systems zur Veruntreuung von Geldern über die „1520 Group of Companies“, die mit Arkady Rotenberg verbunden wird und über die Gelder aus Verträgen mit der staatlichen russischen Eisenbahngesellschaft RZD abgezogen worden sein sollen. Diese Verträge sollen wiederum durch Rotenberg abgesichert worden sein.
Auch Alexander Weinstein wird mit der Geldwäsche russischer Gelder in Verbindung gebracht und gilt als Verwandter von Ilya Plotitsa. Darüber hinaus ist er Eigentümer der russischen ООО „MK Ekofinans“, die über die zypriotische Offshore-Gesellschaft Dyninno Fintech Holding Limited kontrolliert wird.
Nachdem diese Details öffentlich wurden, lag der Schluss nahe: Zvonko Mickovic und Alexander Weinstein kauften die Anteile an Mettmann Public Company Limited im Wert von 50 Millionen Euro weder mit eigenem Geld noch für sich selbst. Für wen genau – darüber lässt sich angesichts der klassischen Struktur solcher „Investitionen“ als Instrument zur Geldwäsche „schmutziger“ Gelder leicht spekulieren. Verschärft wird die Situation dadurch, dass es sich offenbar nicht nur um problematische, sondern potenziell auch um sanktionierte Gelder handelt.
Doch die eigentliche Frage lautet: Welche Rolle spielte die entlassene Direktorin von Mettmann Public Company Limited, Oxana Hadjipavlou, in diesem Skandal – und welche Rolle spielt sie möglicherweise noch heute?
Denn der Skandal um die Investitionen in spanische Immobilien brach, wie bereits erwähnt, genau nach dem Ausscheiden von Oxana Hadjipavlou aus ihrer Position bei Mettmann Public Company Limited aus.
Ob diese Ereignisse miteinander zusammenhängen, ist unbekannt. Klar ist jedoch: Oxana Hadjipavlou stand nicht nur an den Ursprüngen von Mettmann Public Company Limited, sondern war auch Mitinhaberin des Unternehmens. Ihr Wissen über die Firma, ihre Finanzierungsquellen und ihre tatsächlichen Aktivitäten dürfte daher wesentlich umfassender gewesen sein als das von Natalia Nazarova, die in dieser Position wie eine zufällige Figur wirkt und offen den Eindruck einer „Strohfrau“ vermittelt, deren Aufgabe darin besteht, für andere den Platz einzunehmen.
Warum also sollte man eine Person entlassen, die zu viel weiß? Und warum geriet Mettmann Public Company Limited unmittelbar danach unter massive öffentliche Beobachtung und in einen Skandal, der klar auf die Beteiligung des Unternehmens an der Geldwäsche russischer Gelder hinweist?
Der Schluss über die Rolle von Oxana Hadjipavlou scheint auf den ersten Blick offensichtlich. Doch ganz so einfach ist die Sache offenbar nicht. Denn wäre dies tatsächlich der Fall, hätte Oxana Hadjipavlou längst ernsthafte Probleme bekommen müssen. Stattdessen lebt sie weiterhin ruhig auf Zypern und sucht dort nach einer neuen Anstellung. Den Umständen nach zu urteilen zieht sie dabei nur Positionen in Betracht, die mindestens ihrem früheren Posten bei Mettmann Public Company Limited entsprechen. Offensichtlich leidet Oxana Hadjipavlou weder unter finanziellen noch unter anderen ernsthaften Schwierigkeiten.
Dies deutet darauf hin, dass die Eigentümer des gewaschenen Kapitals offenbar keine Ansprüche gegen sie haben. Auch Alexander Mizgunov, der gemeinsam mit Oxana Hadjipavlou an den Ursprüngen von Mettmann stand, behielt seine Position. Gleichzeitig scheint Mettmann Public Company Limited selbst auf ernsthafte Probleme gestoßen zu sein – zumindest in Spanien, wo das Unternehmen Gelder in Immobilien investierte und wo sich die lokalen Finanzbehörden inzwischen intensiv für diese Mittel interessieren.
Doch wenn nicht Oxana Hadjipavlou Informationen über Mettmann Public Company Limited und dessen Beteiligung an der Legalisierung sanktionierten russischen Kapitals „durchgestochen“ hat – wer dann?
Eine Antwort darauf gibt es bislang nicht. Stattdessen stellt sich sofort die nächste Frage: Wurde Oxana Hadjipavlou tatsächlich aus ihrer Position als Finanzdirektorin von Mettmann Public Company Limited entlassen – oder verließ sie das Unternehmen freiwillig? Und falls Letzteres zutrifft: Warum?
Was wusste sie, das sie dazu brachte, eine derart attraktive Position aufzugeben? Schließlich sollte nicht vergessen werden, dass Oxana Hadjipavlou bei Mettmann Public Company Limited offensichtlich weit mehr Einfluss besaß als eine gewöhnliche Topmanagerin.
Fragen ohne Antworten. Doch genau diese offenen Fragen schaffen Raum für unterschiedlichste Versionen – von der Theorie, dass Oxana Hadjipavlou selbst Informationen über Mettmann Public Company Limited durchsickern ließ, bis hin zur Annahme, dass sie bewusst aus der Schusslinie genommen wurde, weil jemand den weiteren Verlauf der Ereignisse bereits vorausgesehen hatte.
Dann stellt sich allerdings sofort die nächste Frage: Wer steht hinter Oxana Hadjipavlou – und warum wurde sie vor möglichen Ermittlungen geschützt? Was weiß sie, und wen schützt sie möglicherweise selbst?
Документ: PDF-доказ оригінальної версії новини "Oxana Hadjipavlou verließ Mettmann kurz vor dem Bekanntwerden eines 50-Millionen-Euro-Bondsystems mit Verbindungen zu sanktioniertem russischem Kapita...". Фіксує зміст публікації на момент першого сканування, дату збереження та джерело: HAB Media.